Studienerfahrung: mit Musik zum Examen

Lernen mit Melodie

Pauken für die nächste Klausur, das Physikum oder das Hammerexamen – Musik kann Medizinstudierenden beim Lernen helfen. Bevor du jetzt deine Lieblingsmusik aufdrehst, beachte diese Tipps.

Eine junge Frau sitzt lesend am Schreibtisch, sie trägt Kopfhörer.
Die richtige Musik kann dich im Medizinstudium beim Lernen unterstützen. ©istockphoto.com/halfpoint

Lesedauer: 5 Minuten

Welcher Lerntyp bist du? Arbeitest du vor schweren Prüfungen lieber in Kleingruppen, alleine in der Bibliothek oder schließt du dich bei dir zu Hause ein? Gerade das Medizinstudium fordert eine Menge Disziplin und einen langen Lernatem. Im Laufe des Studiums entwickelt jeder so seine persönlichen Tricks. Was du dabei auf jeden Fall mal probieren solltest: Musik. Sie hebt die Laune, fördert die Gedächtnisleistung und kann besonders beim Pauken für die nächste Klausur oder das Staatsexamen eine echte Unterstützung sein.  

Mozart-Effekt

Vielleicht hast du schonmal vom „Mozart-Effekt“ gehört? 1993 zeigte ein Experiment, dass Studierende, die zehn Minuten lang Mozart-Stücke vor einer Aufgabe hörten, besser abschnitten, als jene, die nichts oder Entspannungsanleitungen hörten. Im Nachhinein zeigte sich jedoch, dass es nicht an Mozart lag, sondern viele Instrumentalstücke diesen Effekt zeigen können. 

 

Welche Playlist darf es sein?

Welche Musik es beim Lernen sein sollte, da sind sich die Experten nicht ganz einig. Verhaltensforscherin Dr. Emma Gray, die beim British CBT & Counselling Service arbeitet, glaubt daran, dass je nach Fachrichtung die Musik eine bestimmte Geschwindigkeit haben muss.  

Sie sagt, dass für Naturwissenschaften, wie auch Medizin, eher ruhigere Stücke mit 50 bis 80 bpm (beats per minute) geeignet sind, um den Lernprozess zu unterstützen. Diese Musik, am besten klassische oder auch ruhigere Popsongs, regen die linke Gehirnhälfte an, die für unser logisches Denken, Problemlösung und Informationsverarbeitung verantwortlich ist.  

Prof. Dr. Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik, Tanz und Medien in Hannover dagegen sagt: »Hauptsache, die Musik gefällt, das ist ganz wichtig. Musik, die gefällt, kann Stress verringern und die Aktivität der rechten Gehirnhälfte verbessern. Das erhöht die Aufmerksamkeit und aktiviert auch die Gedächtnisstrukturen.« 

Leise und instrumental

Sowohl Gray als auch Altenmüller sind sich einig, dass die Musik dezent im Hintergrund laufen sollte. Sie sollte also nicht zu laut eingestellt sein, denn das lenkt vom Lernen ab. Und am besten suchst du dir Instrumentalmusik, denn Texte können deine Konzentration auf den Lernstoff beeinflussen. Prof. Altenmüller: »Text benötigt viel Gehirnschmalz, das schränkt die Anzahl der Nervenzellnetzwerke ein, die für das Einspeichern vor allem von sprachlicher Information wichtig sind. Und da kann das Lernen von Vokabeln wie Musculus sternocleidomastoideus dann schwerer fallen.« 

Musik zum Lernen: Diese Tipps helfen dir

So schaffst du dir bei der nächsten Lerneinheit eine musikalisch passende Atmosphäre: 

Dass Musik unter Ärztinnen und Ärzten einen großen Stellenwert besitzt, zeigen übrigens auch die Medizin-Orchester, die es deutschlandweit gibt. Auch im OP wird Musik oft eingesetzt, um für eine ruhige, entspannte Stimmung zu sorgen. Du merkst, Musik ist vielseitig einsetzbar. Nicht nur zum Lernen, auch direkt vor einer Prüfung kann dich ein Lied beruhigen und deine Konzentration stärken. 

 

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