Praktisches Jahr

10 Gründe für ein PJ-Tertial in der Hausarztpraxis

Wer sich noch nicht für eine PJ-Stelle im Herbst beworben hat, sollte sich ranhalten. Wir verraten euch zehn gute Gründe, euch für ein Tertial in einer Hausarztpraxis zu entscheiden.

Gute Praxis: Die Arzt-Patienten-Kommunikation lässt sich In der Hausarztpraxis besonders gut üben. Bild: © Adobe Stock/Peggy Blume

Eins-zu-eins Betreuung
Einer der wohl wichtigsten Vorteile ist die Eins-zu-eins-Betreuung in der Hausarztpraxis. Fast vier Monate lang seid ihr ausschließlich einem oder maximal zwei Lehrärzten zugeteilt. Damit ist eine viel intensivere Betreuung möglich als zum Beispiel auf einer Station im Krankenhaus. Der Effekt: Euer Chef lernt euch besser kennen, kann auf eure Stärken und Schwächen individuell eingehen und seine Erfahrungen mit euch teilen.

Patienten sehen – und wiedersehen
Wie schlägt eine Behandlung an, wie kommt der Patient mit den verordneten Maßnahmen klar, was hat das ausführliche Gespräch gebracht? Ein PJ in einer allgemeinmedizinischen Praxis gibt euch die Möglichkeit, die Wirkung eurer Tätigkeit zu erleben und den gesamten Krankheitsverlauf zu begleiten. Außerdem erfahrt ihr aus nächster Nähe, wie besonders eine langjährige Hausarzt-Patienten-Beziehung ist.

Sprechen üben
In einer Hausarztpraxis kommt der „sprechenden Medizin” eine tragende Bedeutung zu. Hier habt ihr Gelegenheit, euch in der Arzt-Patienten-Kommunikation zu üben. Ein riesiges Plus für all eure künftigen Tätigkeiten!

Das Tempo bestimmen
Anders als in vielen Kliniken sind Studierende in der Hausarztpraxis zusätzlich zum Praxispersonal da und nicht als volle Arbeitskraft eingeplant. Dadurch fällt Druck weg – und ihr könnt euch in eurem eigenen Tempo zum selbstständigen Arbeiten vortasten. 

Förderung beziehen
Wer sein PJ in der Allgemeinmedizin absolviert, wird in vielen Bundesländern gefördert. So unterstützen beispielsweise die KV Baden-Württemberg und die KV Hessen das PJ in akkreditierten Lehrpraxen mit 595 Euro monatlich; in Brandenburg könnt Ihr Euch für das gesamte Tertial 1.600 Euro sichern. Mehr dazu lest Ihr hier.

Vielfalt sehen – vielfältig lernen
Alt oder jung, Akademiker oder Arbeiter, schwerkrank oder nur erkältet: In der Hausarztpraxis begegnet ihr unterschiedlichsten Menschen und einem breiten Spektrum von Beschwerden. So lernt Ihr nicht nur viel über verschiedene Krankheitsbilder, sondern auch, wie ihr mit unterschiedlichen Patiententypen am besten umgeht.

Teamgeist leben
Chefarzt, Oberarzt, Assistenzarzt: Die „Hackordnung” im Krankenhaus ist klar – und starr. Wer sich für ein PJ-Tertial in einer Hausarztpraxis entscheidet, hat die Chance, sich der ärztlichen Tätigkeit in einem überschaubaren Team mit flachen Hierarchien zu nähern.

Wesentliches erkennen
Welche Blutwerte brauche ich vom Patienten? Welche diagnostischen Verfahren sind sinnvoll? Ein niedergelassener Hausarzt muss gut abwägen, was wirklich notwendig ist – und auf welche Aufwände (und Kosten) verzichtet werden kann. Wer hier lernt, lernt auch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Management lernen
Von A wie Abrechnung bis Z wie Zeiteinteilung: In einer Hausarztpraxis haben Studierende die Möglichkeit, Formen der Niederlassung, Rahmenbedingungen und unternehmerische Aspekte einer Praxistätigkeit live kennenzulernen.

Hausbesuche miterleben
Bei Hausbesuchen lernt der Arzt das private Umfeld und die Lebensgewohnheiten seiner Patienten kennen, oft sind die Besuche Teil einer Langzeitbetreuung. An ihnen teilzuhaben, ist eine besondere Erfahrung für jeden Studierenden.

Neugierig geworden? Eine Übersicht der allgemeinmedizinischen Lehrpraxen für das Praktische Jahr stellen viele medizinische Fakultäten auf ihren Websites zur Verfügung.