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Aktuelles

Die News-Visite (Folge 10): Gute Nachrichten

Brauchst du zwischen anhaltender Pandemie, Delta-Mutanten und Semesterbeginn auch mal einen positiven Lichtblick? In unserer aktuellen News-Visite widmen wir uns Ärztinnen, Ärzten und weiteren Menschen, die mit ihren Ideen die Medizin ein wenig besser machen wollen.

Die News-Visite ist das erste und garantiert unvollständige News-Format für junge Medizin.
Die News-Visite ist das erste und garantiert unvollständige News-Format für junge Medizin. ©iStock/Djelics

Lesedauer: 5 Minuten 

+++ Wie soll ich es sagen? +++  

Wer kennt es nicht: Du schleppst dich völlig erschöpft noch zu einem Geburtstag in der Familie – und wirst freundlich, aber erwartungsvoll gebeten, dir doch mal eben das Ekzem deiner Tante anzusehen. Oder von dir werden seit letztem Jahr tiefe epidemiologische Fachkenntnisse erwartet – als angehende Kinderärztin. Was uns solche Erlebnisse gelehrt haben? Erstens: Es ist furchtbar ermüdend. Zweitens: Man hört auf dich. Daher einfach mal ein Shout-Out an alle Medizinerinnen und Mediziner, die mit Engelsgeduld Aufklärungsarbeit leisten. Im Privaten, in den sozialen Netzwerken oder im Fernsehen und im Radio. Neu an Board: Die 36-jährige Julia Fischer, die seit Sommer als »Doc Fischer« beispielsweise über Bluthochdruck oder Darmkrebsvorsorge im SWR (Südwestrundfunk) oder in auditiver Form im rbb (Rundfunk Berlin-Brandenburg) aufklärt.  Hervorragend, wenn Fachleute ihre Reichweite nutzen, um medizinisch aufzuklären. Dass aber auch Laien etwas Gutes tun, wenn sie einfach mal einen Arzt oder eine Ärztin rufen, falls es ernst wird, ist aber natürlich auch nicht zu unterschätzen – ob in der Fußgängerzone oder in den sozialen Netzwerken.  Das hat sich auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gedacht: Während ihrer Reha hat sie ihren Instagram-Account an andere Menschen abgegeben, auch an eine Ärztin und einen Sanitäter. Diese konnten Schwesigs 29.000 Followern aus ihrem Alltag erzählen. Ein guter Move. 

+++ An Ärztetagen wie diesen +++

...wird mitunter ganz schön viel beschlossen: Nach intensiver, mehrstündiger Diskussion beschlossen die Delegierten des 124. Deutschen Ärztetages mit großer Mehrheit den Leitantrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (BÄK) zur Gesundheits-, Sozial- und Berufspolitik. Darin wurden Maßnahmen für ein zukunfts- und krisenfestes Gesundheitswesen gefordert. Wir erinnern uns: Beim letzten Deutschen Ärztetag wurde die Novelle der (Muster-) Weiterbildungsordnung beschlossen, die mittlerweile in 14 der 17 Landesärztekammern auch in der regionalen Weiterbildungsordnung verankert ist. Dazu gehört auch das elektronische Logbuch (eLogbuch), mit dem die Weiterbildung besser dokumentiert werden soll. Zum Beispiel: Auf dem letzten Ärztetag wurden Anpassungen in Zusatz-Weiterbildungen wie Ernährungsmedizin, Flugmedizin, Medizinische Informatik, Palliativmedizin, Sexualmedizin oder Sportmedizin beschlossen. Dort soll ergänzt werden, dass zu den Mindestanforderungen eine Weiterbildung erforderlich ist, die über die bisherigen Weiterbildungskurse hinausgeht – diese soll dann auch im eLogbuch dokumentiert werden. Was wurde noch beschlossen? Der Klimawandel soll in der Weiterbildung künftig eine stärkere Rolle spielen. Daher wird in den Allgemeinen Inhalten der (Muster)-Weiterbildungsverordnung der Punkt »Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit« als kognitive und Methodenkompetenz aufgenommen – eine Reaktion auf einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) aus dem Jahr 2020. Diese hatte festgestellt, dass der Klimawandel und seine gesundheitlichen Auswirkungen in der ärztlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung nicht oder nur ansatzweise abgebildet würden. Das ändert sich nun. Außerdem: Für die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin gibt es bei den Mindestanforderungen künftig neben der sechsmonatigen Weiterbildung in der Intensivmedizin oder Anästhesiologie noch eine weitere Möglichkeit: Die Weiterbildung in einer interdisziplinären zentralen Notfallaufnahme. 

+++ Hessen macht’s vor +++

Luft nach oben in der Weiterbildung sieht auch das Netzwerk junger Ärztinnen und Ärzte Marburger Bund Hessen – eine Arbeitsgruppe des Marburger Bundes. Daher hat die Gruppe das Gütesiegel »Gute Weiterbildung« ins Leben gerufen, mit dem Klinikabteilungen ausgezeichnet werden können, um jungen Medizinerinnen und Medizinern Orientierung darüber zu geben, in welchen Abteilungen die ärztliche Weiterbildung besonders taugt. Wie es funktioniert? Abteilungen können sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Danach erhalten die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung einen Fragenkatalog. Diesen müssen mindestens 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte ausfüllen. Fällt diese erste Auswertung positiv aus, findet danach eine Visitation der Abteilung statt. Und dann wird entschieden, ob das Gütesiegel verliehen wird. Die Vergabe des Siegels erfolgt zunächst über die Dauer von drei Jahren. Bisher trägt nur eine Abteilung das Siegel – das Institut für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Immerhin.

 

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