Arzt-Patienten-Kommunikation

Dr. Google: Konkurrenz aus dem Internet?

»Also im Internet stand … .« Gut möglich, dass du  solche Sätze von deinen Patienten zu hören bekommst – schließlich steckt das Internet voller Gesundheitsinformationen. Wie du den Wissensdurst deiner Patienten für einen positiven Behandlungsverlauf nutzen kannst, liest du hier.

© Stefan Tempes

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Eigenrecherche im Netz in Sachen Gesundheit ist weit verbreitet. Rund die Hälfte aller Internetnutzer in Deutschland informiert sich mindestens einmal im Monat im Netz, fast ein Fünftel sogar mehrmals in der Woche – das hat eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergeben. Die Gründe sind vielfältig und reichen von einfachem Wissensgewinn über Trost bis zum Nachvollziehen ärztlicher Diagnosen.

Ein weiterer Grund, warum laut Bertelsmann Stiftung Patienten gerne den Suchmaschinen-Doktor befragen, ist die ständige Verfügbarkeit – schließlich sei die digitale »Praxis« rund um die Uhr geöffnet und schenkt ihren Patienten unbegrenzt Zeit. Etwas, dass Ärztinnen und Ärzte in ihrem Berufsalltag nur schwer leisten können.

Mitsprache für mehr Patientenzufriedenheit

Trotzdem solltest du Dr. Google nicht als Konkurrenz ansehen, denn: Je informierter deine Patienten, desto aktiver lassen sie sich in deine Behandlung mit einbeziehen. Sie werden zum »Co-Produzenten« für ihre eigene Gesundheit. Das bedeutet für dich, dass du gegebenenfalls nicht nur weniger erklären musst, sondern auch Entscheidungen auf Augenhöhe besprochen und getroffen werden können. Laut der Studie eine gute Basis für bessere Behandlungsergebnisse, mehr Therapietreue und auch mehr Patientenzufriedenheit. Gute Gründe also, um aktiv auf die Patientenrecherche einzugehen und passive Patienten zur eigenen Information zu motivieren.

Gefahr durch unseriöse Quellen

Heikel wird es bei der Eigenrecherche von Patienten, wenn diese ihre Informationen aus unseriösen Quellen beziehen. Diese verbreiten nicht nur falsches Wissen, sondern können im Ernstfall deinen Patienten schaden. Das Problem dabei: Laut Studie ist es für viele Internetnutzer schwierig, die schwarzen Schafe im Netz auszusieben. Rund 65 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, vertrauenswürdige Informationen im Netz nur schwer erkennen zu können.

Filterblasen heilen

Umso wichtiger ist es, dass du Patienten bei Bedarf fundierte Quellen vermitteln kannst, sodass diese ihre Informationen nicht aus gefährlichen Seiten oder verschwörerischen Filterblasen beziehen. Das können verständliche Broschüren sein, die du in deiner Praxis bereithältst, aber auch seriöse Webseiten, die du deinen Patienten zur Recherche und Vertiefung an die Hand gibst. Dieses Material findest du unter anderem bei den Verbänden deiner Fachrichtung, aber auch bei Quellen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die sich an verschiedene Patiententypen richten – zum Beispiel unter:

So profitiert nicht nur der Patient von dem erlangten Wissen – auch deine Behandlung kann durch das Teamwork besser verlaufen.

 

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