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Kimi teilt ihre Studienerfahrungen auch auf dem Instagram-Kanal von »Lass dich nieder!«. 

Lesedauer: 5 Minuten

Kimi ist im ersten Physikumsversuch durchgefallen. Danach zeigt ihr die For-You-Page vor allem eines: Leute, die erzählen, dass das Physikum auch ohne großen Aufwand zu schaffen sei. Sie sitzt zuhause, scrollt und hat das Gefühl, die Einzige zu sein, bei der es nicht geklappt hat. Aus diesem Gefühl heraus ist ihr heutiger Kanal entstanden.

Angefangen hat es mit Zusammenfassungen

Als Kimi zu posten beginnt, ist das keine Strategie: »Tatsächlich habe ich ohne Hintergedanken losgelegt. Zu Beginn hatte ich Spaß, meine Zusammenfassungen zu posten«, erzählt sie.

Damals ist sie bereits einen längeren Weg gegangen als viele in ihrem Semester: Realschule, Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten bei einem Kinderarzt, Volunteering in einem Kindergarten in Mexiko und in einem Krankenhaus in Argentinien. »In Argentinien durfte ich in einer Klinik richtig Hand anlegen und mit anpacken. Hier hat mich das Medizinfieber erst richtig gepackt«, berichtet Kimi. Danach das Abitur auf der Berufsoberschule, ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst, schließlich der Studienplatz an der Wunschuni.

Zum Posten von Lernmaterial kommt sie also mit einem eigenen Blick auf das Studium. Was ihre Inhalte verändert, ist eine Prüfung.

Der Moment, in dem der Algorithmus zum Problem wurde

Vor dem ersten Physikumsversuch kam in Kimis Leben viel zusammen: gesundheitliche Probleme in der Familie, ein Todesfall. »Das waren ungünstige Bedingungen für ein Examen«, erinnert sie sich. Sie fällt durch und findet in den sozialen Mediennichts, das ihr in dieser Situation hilft. Im Gegenteil: »Ich hatte einen für mich toxischen Algorithmus auf meiner For-You-Page. Einige haben gesagt, dass das Physikum auch mit minimalem Lernaufwand leicht zu bewältigen sei und dass man das M1, das erste Staatsexamen im Medizinstudium, auf jeden Fall schafft. Das sah ich etwas anders und habe mich in diesem Moment auch allein gefühlt. Als hätte nur ich das M1 nicht geschafft.«

Das entspricht natürlich nicht der Realität, denn jedes Jahr fallen Studierende durch die fordernde Prüfung (laut dem Bericht des IMPP zum schriftlichen Teil des Physikums fielen im Herbst 2025 11,2 % der Studierenden durch). Genau das möchte Kimi sichtbar machen. »Ab da wollte ich zeigen, dass es kein Weltuntergang ist, wenn man durchfällt.«

Was in ihren Nachrichten steht

Sie trifft damit einen Nerv, denn ihre Follower:innen geht es ganz ähnlich. Einige nehmen Kontakt auf und melden sich bei ihr. »Mir haben einige geschrieben, die selbst auch im M1 durchgefallen sind, und sich bedankt, dass ich offen über so ein für einen selbst beschämendes Thema spreche und sie so nicht allein sind. Teilweise stand ich mit einigen über mehrere Wochen und Monate in Kontakt.«

Was durch anstrengende Phasen hilft

Für den zweiten Versuch stellt Kimi ihr Lernen um. »Ich habe meine Strategie und meinen Tagesablauf in der Lernphase komplett neu aufgerollt. Beim zweiten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich bestanden habe, und in dem Moment ist mir ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Auch wenn ich das offizielle Ergebnis noch nicht hatte.«

Ihre Vorgehensweise, die sie auch auf ihrem Kanal teilt:

  • Früh anfangen: »Ich lerne gerne während der Vorlesungen schon mit und erstelle mir meine Zusammenfassungen bereits während der Vorlesungszeit.«
  • Wiederholen und kreuzen: »Wenn es dann in die Klausurenphase geht, ist das A und O für mich das Wiederholen und Kreuzen von Altklausuren.«
  • Struktur und Ausgleich: »Mein engstes Umfeld, Sport und strukturiertes Arbeiten beziehungsweise To-do-Listen und Lernplan helfen mir am meisten.«

Vom Kanal in die Praxis

Kimi will nach dem Studium nicht in erster Linie Content produzieren. Ihr Berufsziel ist konkret: »Mein Plan und Traum ist es, mich mit meiner Kinderarztpraxis selbstständig zu machen und das Ganze mit der Notfallmedizin zu verbinden. Ich bin mir relativ sicher, dass es die Pädiatrie beziehungsweise Neonatologie wird. Am liebsten würde ich in einer ambulanten Praxis arbeiten.«

Ihr Rat an das erste Semester

»Vergleiche dich nicht mit deinen Kommiliton:innen. Glaube an dich und deine Stärken. Durchfallen ist okay, du wirst kein schlechterer Arzt, wenn du nicht alles beim ersten Mal bestehst.«

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