»In der eigenen Praxis kann ich selbst entscheiden, welches der richtige Weg für meine Patienten ist, ob sie medikamentös oder sogar ohne Medikamente behandelt werden können oder ob ich jemanden wirklich ins Krankenhaus schicken muss, um einen Eingriff durchführen zu lassen. Das kann ich im Sinne des Patienten gemeinsam mit ihm besprechen, ohne dass es Interessenskonflikte gibt. Ich kann also viel freier entscheiden, als ich das als Krankenhausarzt gemacht habe.
Grundsätzlich mag ich an meinem Beruf, dass ich das breite Spektrum von akuten bis hin zu chronischen Erkrankungen abdecken kann. Ich habe sowohl den Patienten, der mit Luftnot reinkommt, die vor wenigen Stunden das erste Mal aufgetreten ist. Aber es gibt auch den Patienten, der vor 20 Jahren einen Herzinfarkt hatte, jetzt immer noch mit den Beschwerden kämpft und den ich weiter begleite. Das sehe ich auch als große Chance in der Praxis: Krankheiten frühzeitig zu erkennen und das Voranschreiten von Erkrankungen zu verlangsamen, idealerweise sogar zu verhindern. Ich bin überzeugt: Die Zukunft der Medizin liegt in der ambulanten Versorgung.«
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Dr. Djawid Hashemi, Kardiologe aus Berlin. Mitte 2025 hat er seine eigene fachärztliche Einzelpraxis eröffnet.
»Ich finde es wunderschön, wenn ich morgens in mein Sprechzimmer komme. Weil ich weiß: Das habe ich selbst gestaltet, und zwar so, wie ich es brauche. Hier kann ich meine Patienten betreuen, wie ich es für richtig halte, und muss mir von niemandem vorschreiben lassen, wo ich sie hinschicke oder welche Operation oder Behandlung ich durchführe. Und wenn ich mal einen zweiten Blick haben möchte, gehe ich einfach ins Zimmer nebenan.
Fehlermeldungen in der Software und Bürokratie sind leider oft richtige Zeitfresser, die den Alltag belasten. Wenn ich per Fax irgendwelche Dokumente schicken muss, ist das sehr zeitaufwändig. Und wenn ich eine wiederholte Anordnung immer wieder freigeben muss, obwohl sich eigentlich nichts geändert hat, ist das auch sehr aufwändig. Alles in allem bin ich aber sehr glücklich mit der Entscheidung, mich niederzulassen. Bei aller Verantwortung und aller Veränderung, die das mit sich bringt, war das eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Es kostet viel Mut, aber ich kann nur sagen: Trau dich, es lohnt sich.«
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Dr. Julia Borkenhagen, Augenärztin, führt seit Mitte 2025 gemeinsam mit Dr. Charlotte Block eine Gemeinschaftspraxis in Potsdam.
»Das Praxenland ist die einzige Möglichkeit für Patienten, wirklich gut und wohnortnah versorgt zu werden, im ländlichen Gebiet wie in den Städten und im direkten Arzt-Patienten-Kontakt. Persönlich finde ich es wunderbar, meine Patientinnen und Patienten zu kennen, über längere Zeit zu betreuen und nicht jedes Mal wieder bei null anzufangen. Viele haben sich sehr gefreut, dass ich die Praxis von meinem Vater übernommen habe.
In meiner offenen Sprechstunde kann ich oft sofort helfen, andere Patienten begleite ich von der Diagnose bis zur Nachsorge. In der Augenheilkunde wird viel operiert, meistens ambulant. Ich kann genau sagen, welcher Patient in welche Praxis passt, die dann die Operation übernimmt. Ich sehe die Patienten meistens am nächsten Tag und kann von da an den ganzen Heilungsverlauf begleiten.
Im Alltag kann ich mir vieles selbst einteilen. Dadurch lässt sich auch mein Familienalltag mit meinem Berufsleben wunderbar in Einklang bringen. Ich habe selbst zwei kleine Kinder und kann trotzdem in meiner Praxis arbeiten. Das ist schön.«
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Dr. Charlotte Block ist Augenärztin. 2023 ist sie in die Praxis ihres Vaters in Potsdam eingestiegen. Seit Mitte 2025 führt sie diese gemeinsam mit Dr. Julia Borkenhagen als Gemeinschaftspraxis.
Dr. Jona Kristin Ober: „Ich komme nicht aus einer Arztfamilie. Die Idee, Medizin zu studieren, kam eher zufällig in der Schule, als wir uns mit dem Immunsystem beschäftigt haben. Was mich von Anfang an interessiert hat, war nicht die Naturwissenschaft allein, sondern der Mensch. Die Geschichten, das Umfeld, das Leben dahinter. Das war immer mein Antrieb.
Heute arbeite ich gemeinsam mit meinem Mann in unserer eigenen Praxis. Was ich daran besonders schätze, sind das Team und das Miteinander. Man ist näher dran als im Krankenhaus, man bekommt mehr vom Leben der anderen mit – das ist manchmal herausfordernd, aber genau das macht es auch so besonders. Unsere Praxis ist ein Stück weit unsere Familie.
Der Alltag ist intensiv, Bürokratie gehört dazu, das darf man nicht unterschätzen. Aber abgeschreckt hat mich das nie. Vieles wird durch Digitalisierung einfacher, Abläufe werden besser, und man gewinnt Zeit für das, worum es eigentlich geht: die Patientinnen und Patienten. Wenn man am Ende eines vollen Tages das Gefühl hat, geholfen zu haben, dann weiß man, warum man diesen Weg gegangen ist.“
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Dr. Marcus Ober: »Ich bin damals über die Bundeswehr zur Medizin gekommen und wollte von Anfang an Allgemeinmedizin machen. Das ist auch heute noch mein Traumjob, weil es super viel Spaß macht, vielseitig ist und man jeden Tag mit anderen Menschen zu tun hat. Das ist nicht nur interessant und abwechslungsreich, sondern auch anspruchsvoll, weil man sich immer wieder auf neue Probleme einstellen und dafür Lösungen finden muss.
Ich arbeite also sehr gern in der Hausarztpraxis. Erstens, weil ich hier ein Stück weit Autonomie habe und mein eigener Herr bin. Natürlich gibt es Vorgaben, die man im gewissen Rahmen erfüllen muss, aber da gibt es Spielräume. Man kann sich etwa individuell weiterbilden und eigene Schwerpunkte setzen. Meine Frau und ich wollten von Anfang an diesen Weg gehen.
Ein zweiter Vorteil ist, dass ich Menschen über einen langen Zeitraum begleiten kann. Ich habe teilweise ganze Familien, bei denen ich vom kleinsten Kind bis zur ältesten Omi alle kenne – und dann beispielweise auch mehr über die sozialen Herausforderungen der Familie erfahre. Das gibt es im Krankenhaus so nicht. Da hat man den Patienten für wenige Tage oder Wochen – und dann ist er auch wieder weg.«
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Dr. Jona Kristin Ober ist Allgemeinmedizinerin und führt gemeinsam mit ihrem Mann Marcus eine Hausarztpraxis in Isny im Allgäu.