Info für mich
Die Landpartie findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Land- und Stadtpartie« der KV Nordrhein statt und richtet sich vor allem an ländliche Regionen. Wird die Veranstaltung in einer städtischen Region angeboten, trägt das Format den Namen Stadtpartie. Weitere Informationen und Termine zu kommenden Veranstaltungen findest du auf der Website der KV Nordrhein.
Der erste Eindruck ist entscheidend – das gilt auch bei der »Landpartie« der KV Nordrhein. Seit 2019 organisiert sie in den verschiedenen Regionen Nordrheins regelmäßig Abende mit etwa 25 niederlassungsinteressierten Mediziner:innen in Weiterbildung oder Anstellung. Das Ziel: Potenzielle Praxiseinsteiger:innen erhalten wichtige Informationen rund um Niederlassung und Anstellung. Gleichzeitig erhalten sie die Möglichkeit, auf etablierte Praxisinhaber:innen aus der Region zu treffen, die ihre Praxis abgeben möchten oder eine Anstellung bieten. Die kleinen, lokalen Abendveranstaltungen sollen ein zusätzliches Angebot zum Praxisbörsentag, einem nordrheinweiten Großevent, sein, das zweimal jährlich von der KV Nordrhein organisiert wird. »Das Networking steht im Vordergrund«, erklärt Sabine Sauer, Referentin für Nachwuchsgewinnung Ärzteschaft bei der KV Nordrhein.
Ein Abend, zwei Akte
Die typische Landpartie ist in zwei Teile gegliedert. Zunächst informieren KV-Mitarbeitende über die wichtigsten Fakten. »Wir zeigen, wie viele Niederlassungsmöglichkeiten und Förderangebote es in welchen Fachgruppen gibt und wie der Start in die Praxis gelingen kann«, so die Referentin der KV. Spezielle Karten machen die Lage sichtbar. Ein weiterer fester Programmpunkt: das Thema Abrechnung. »Das wirft viele Fragen auf. Da hilft es, wenn das mal jemand erklärt.« Gleichzeitig knüpfen die Teilnehmer:innen direkten Kontakt zu ihren KV-Ansprechpersonen vor Ort. Im Anschluss folgt eine Interviewrunde, in der sich die Kreisstellenvorsitzenden der jeweiligen Regionen persönlich vorstellen. »Die Kreisstellenvorsitzenden spielen eine wichtige Rolle für die Ärzteschaft der Regionen,« so Sabine Sauer. Sie setzen sich für die Interessenvertretung der Mediziner:innen vor Ort ein und bieten Beratung und Unterstützung rund um die Niederlassung.
Gemeinsames Networking
Im zweiten Teil stoßen die Praxisabgeber:innen zum persönlichen Austausch dazu. Dann wird es konkret: Wie steige ich ein? Welche Kombinationen sind möglich? Und: Wie lebt es sich hier? Das Matching beginnt schon vor der Veranstaltung. »Wir sehen, wer sich angemeldet hat, und schauen, wer zusammenpassen könnte. Dann führen wir diese Leute gezielt zusammen.« Bei den Vorstellungsrunden rotieren die Teilnehmer:innen, »sodass im besten Fall alle mit allen gesprochen haben«.
Manchmal stimmte die Chemie sofort, erinnert sich Sauer. »Bei einer Landpartie gab es eine Runde von Ärzt:innen, die wie eine kleine Gruppe war, die den ganzen Abend zusammengeblieben ist. Am Ende konnten sich mehrere vorstellen, eine Gemeinschaftspraxis zu gründen.« Aus lockerem Austausch wurden konkrete Zukunftspläne.
Vorurteile? Von wegen!
Die meisten Teilnehmer:innen haben sich schon vor der Veranstaltung bewusst mit der Region und dem möglichen Leben auf dem Land beschäftigt. Sie kennen die Vorteile, wie niedrigere Lebenshaltungskosten, enge Gemeinschaft oder direkteren Patient:innenkontakt. Ein Thema sorgt trotzdem häufig für kritische Nachfragen: die Infrastruktur. Hier punktet die Region. »Die Anbindung ist überall in Nordrhein gut, die nächstgrößere Stadt nicht weit entfernt«, weiß Sauer.
Das macht flexible Lebensmodelle möglich: »Man kann auf dem Land arbeiten, in der Stadt leben. Der Niederrhein grenzt an Krefeld und Mönchengladbach. Wer dort eine Praxis hat, aber in der Stadt leben will – das funktioniert.« Gleiches gilt für die Kölner Region mit ihrem ländlichen Umland.
Mehr als nur Informationsaustausch
Die Landpartie zeigt: Manchmal braucht es nur die richtige Partie, um berufliche Träume zu verwirklichen. Das Ergebnis nach über fünf Jahren: Von den Teilnehmer:innen ist heute rund die Hälfte in verschiedenen Regionen Nordrheins angestellt oder niedergelassen.