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Zwischen Großstadtstudium und Kleinstadtherz

Peter Löning studiert im 5. Semester in Essen, aber sein Herz schlägt für das Landleben. »Ich bin in einer Kleinstadt (Fürstenau) im Osnabrücker Land aufgewachsen«, erzählt er. »Ich genieße das ruhigere Leben und die Nähe zur Natur, aber vor allem den intensiven Kontakt zu den Menschen, die sich besser kennen und dadurch mehr helfen und füreinander da sind.«

Diese Erfahrung des gegenseitigen Helfens möchte er auch später in seiner eigenen Praxis leben. Seine Zukunftspläne sind deshalb klar: Eine Land- oder Kleinstadtpraxis soll es werden, am liebsten in der Heimatregion, »aber das kann sich mit Partnerschaften irgendwann ja noch ändern«.

Was ihn am Landleben als Arzt besonders reizt: die Nähe zu den Menschen, die über die Sprechstunde hinausgeht. Patient:innen auch außerhalb der Praxis zu begegnen, schreckt ihn nicht ab – im Gegenteil. Er freut sich über den persönlichen Kontakt zu den Menschen. Dazu kommt die bessere Vereinbarkeit mit der Familienplanung. Sein großes Ziel: »Landärzte sind häufig der erste Ansprechpartner für ihre Patienten und ich möchte gerne als Arzt meine Patienten umfangreich begleiten.«

3 Generationen, eine Landarztpraxis

In Arne Olbrichs Familie hat Medizin Tradition: Der Großvater baute eine Landpraxis auf, der Vater übernahm sie. Heute bereitet sich Arne als Weiterbildungsassistent auf die Nachfolge vor.

Zunächst führte sein Weg jedoch in eine andere Richtung: Unfallchirurgie sollte es werden, fernab der Familientradition. Doch im Laufe des Studiums wurde ihm klar, was ihn wirklich antreibt. »Als die Entscheidung für die Allgemeinchirurgie fiel, war mir der persönliche Kontakt wichtig und die Beziehung zu den Patienten.« Diese Erkenntnis lenkte seinen Blick zurück aufs Land.

Heute macht er seine Weiterbildung bei seinem Vater und dessen Kollegen. »Neben der persönlicheren Beziehung ist es der große Zusammenhalt auf dem Land. Momentan erlebe ich eine zunehmende Zusammenarbeit und Austausch zwischen den Praxen.« Was Arne besonders bestärkt: »Mir schlägt eine große Dankbarkeit entgegen, dass ich aufs Land gegangen bin.«

Landarztquote als Türöffner zum Traumjob

Philipp Kissmann kam über die Landarztquote ins Studium: Ein gezielter Weg mit klarer Verpflichtung. »Da ich eh einen Platz über die Landarztquote bekommen habe, gibt es für mich keine andere Option als die Praxis auf dem Land«, erklärt er. Klingt nach Zwang? Das Gegenteil ist der Fall: »Ich bin ehrlich gesagt auch nicht traurig drum.«

Für Philipp stand schon früh fest, dass er als Hausarzt arbeiten möchte und Das Land war dabei nie sein erklärtes Ziel, aber immer eine bewusst offengehaltene Option. »Ich denke einfach, dass das Miteinander auf dem Land viel intensiver ist. Man lernt seine Patienten nochmal ganz anders kennen, wenn man sie sowohl in der Praxis als auch im Privaten irgendwo sieht. Dieses Vertrauen ist es, was mich darin bestärkt, diesen Schritt gehen zu wollen.«

Was alle drei verbindet

Familientradition, Heimatgefühl oder Landarztquote sind drei völlig verschiedene Ausgangspunkte, die aber ein gemeinsames Ziel haben: echte Patientenbeziehungen statt Fließbandmedizin. Peter, Arne und Philipp schätzen den intensiven Kontakt, die Kollegialität zwischen den Praxen und die Möglichkeit, wirklichetwas zu bewegen Das Land ist für sie nicht Plan B, sondern bewusste erste Wahl.

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