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Stell dir vor, du betrittst einen schummrigen Salon. In der Mitte steht ein großer Holzzuber, gefüllt mit »magnetisiertem« Wasser. Um dich herum sitzen Patient:innen, die Metallstangen gegen ihre schmerzenden Körperstellen drücken. Plötzlich erscheint er: Franz Anton Mesmer. Mit dramatischen Gesten schwingt Mesmer einen Metallstab durch die Luft. Mit einer kurzen Handbewegung versetzt er die Anwesenden in Trance. Manche zucken, andere lachen hysterisch oder schreien. Willkommen bei einer Mesmer'schen Therapiesitzung!

Von Wien nach Paris: Mesmers Karriere

Mesmer startete seine Karriere 1774 in Wien. Seine Theorie: Eine unsichtbare Flüssigkeit durchströmt alle Lebewesen. Krankheiten entstehen durch Blockaden, die er mit seinem »animalischen Magnetismus« lösen könne. In Wien stieß Mesmer auf Skepsis. Also zog er 1778 nach Paris, wo seine Show-Therapien viel Zuspruch fand. Bald behandelte er mehrere Patient:innen täglich – darunter auch die damalige Königin Marie-Antoinette.

Das Ende einer magnetischen Ära

Mesmers Ruhm währte jedoch nicht ewig. 1784 setzte König Ludwig XVI. eine Expertenkommission ein, um den »Animalischen Magnetismus« zu untersuchen. Ihr Urteil: Mesmers Theorie entbehre jeder Grundlage. Interessanterweise erkannten die Experten durchaus den therapeutischen Nutzen von Suggestion. Heute gilt Mesmer als umstrittener Vorläufer der Hypnosetherapie. Seine sanfte Behandlungsmethode war ihrer Zeit voraus – auch wenn sein »Animalischer Magnetismus« eher Hokuspokus als Heilkunst war.

 

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