Die Digitalisierung revolutioniert das deutsche Gesundheitswesen. Wenn du als Ärztin oder Arzt die eigene Praxis planst oder bereits führst, stehst du vor der Aufgabe, die digitale Transformation aktiv zu gestalten. Das aktuelle PraxisBarometer Digitalisierung 2024, das im Auftrag der KBV durch das IGES Institut erstellt wurde, zeigt zum Beispiel: Die Praxen kommunizieren immer häufiger digital miteinander und bauen ihre digitalen Angebote für ihre Patient:inen aus, wie beispielsweise die Online-Rezeptbestellung.
Was weiterhin im PraxisBarometer deutlich wird: Die niedergelassenen Ärzt:innen wünschen sich, dass in Zukunft insbesondere der elektronische Medikationsplan (76 Prozent) sowie Krankenhausentlass- und Arztbriefe (jeweils 70 Prozent) in der ePA gespeichert werden können.
Was bringt dir die Digitalisierung deiner Arztpraxis und welche Ziele kannst du damit erreichen? Durch moderne Technologien können deine Arbeitsabläufe effizienter werden und auch die Patient:innenversorgung kann sich messbar verbessern. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts »eye square« im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband zeigt, dass Patient:innen zum Beispiel gern auf Services wie die Online-Terminvergabe zurückgreifen.
Gleichzeitig bringt die Digitalisierung in der Praxis auch Verantwortung mit sich. Sie will gut geplant sein, bedacht ausgeführt werden und stets die Datensicherung im Blick behalten.
Welche Vorteile bringt die Digitalisierung für Arztpraxen?
Bestimmte digitale Anwendungen sind heute schon Pflicht und fester Bestandteil der täglichen ärztlichen Arbeit. Als niedergelassener Arzt oder niedergelassene Ärztin bist du mit deiner Praxis an die Telematikinfrastruktur (TI) verpflichtend angeschlossen. Sie vernetzt Praxen, Kliniken, Krankenkassen und weitere Akteure im Gesundheitswesen. Diese Struktur ist die Basis für eine ganze Reihe von digitalen Anwendungen wie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), das elektronische Rezept (eRezept), der elektronische Arztbrief (eArztbrief) und auch die elektronische Patientenakte (ePA).
Neben der TI kannst du deine Praxis ergänzend mit weiteren digitalen Services ausstatten.
Moderne Praxissoftware als Fundament
Ein Praxisverwaltungssystem (PVS) bildet dabei die grundlegende digitale Infrastruktur, die fast alle Praxen bereits nutzen. Die Systeme und der Service der Hersteller unterscheiden sich jedoch sehr stark. Die KBV hat zur leichteren Orientierung zum Thema Praxisverwaltungssystem Informationen auf ihrer Website bereitgestellt. Dort gibt es auch eine Zulassungsliste für die Praxisverwaltungssysteme.
Das PVS ist also das organisatorische Rückgrat der Praxis. Die Auswahl will daher gut überlegt sein, denn man bindet sich damit stark an das jeweilige System und ein Wechsel aufwändig. Mitunter kann dieser aber auch sinnvoll sein. Nämlich dann, wenn das vorhandene PVS fehleranfällig ist und die Anforderungen nicht erfüllt, beispielsweise bei einer Praxisübernahme.
Das PVS muss zuverlässig eine ganze Reihe von Anforderungen erfüllen. Vor allem die Pflichtanwendungen der TI sowie der ePA gut und rechtzeitig umsetzen. Außerdem sollte es sowohl auf stationären als auch auf mobilen Praxisgeräten laufen und benutzerfreundlich sein, stabile Performance und geringen Wartungsaufwand bieten. Dein System sollte außerdem mehrere Geräte anbinden können und einen reibungslosen und sicheren Datenaustausch ermöglichen.
Die Sicherheit der Daten muss dabei jederzeit gewährleistet werden. Du findest ein Verzeichnis zertifizierter Dienstleister zur Informationssicherheit und IT-Security auf der Website der KBV.
Wichtige Funktionen von PVS können unter anderem sein:
- Automatisierte Zeiterfassung und Dienstplaner-Funktion, um bei bürokratischen Tätigkeiten zu helfen
- Automatisierte Erstellung von Briefen und elektronischen Arztbriefen
- Spracherkennungsfunktion zum Diktieren
- Telemedizin-Funktionen, zum Beispiel für Video-Sprechstunden
- Terminkalender: Patient:innen können Termine online vereinbaren und eine Erinnerung erhalten
Zeitersparnis durch Automatisierung
Die automatisierte Terminvergabe kann besonders administrative Prozesse in deinem Praxisalltag optimieren. Während eine telefonische Terminvereinbarung mehrere Minuten in Anspruch nehmen kann, reduziert sich dieser Aufwand durch Online-Buchungssysteme auf wenige Sekunden. Dein Praxispersonal kann sich dadurch verstärkt um die Betreuung der anwesenden Patient:innen kümmern.
Auch smarte Telefonassistenten sparen Zeit ein und unterstützen sinnvoll, beispielsweise bei der Rezeptbestellung.
Eine weitere Möglichkeit bietet beispielsweise auch die digitale Anamnese. Patient:innen füllten bisher dazu Papierbögen aus, die wiederum später digital erfasst werden mussten. Nun können die Daten direkt zum Beispiel über ein Tablet eingegeben werden, das mit dem Praxisverwaltungssystem (PVS) verbunden ist. Es gibt PVS-Hersteller, die Aufklärungsbögen auch in anderen Sprachen anbieten – eine große Hilfe für nicht-deutschsprachige Patient:innen. Und du und dein Praxispersonal sparen wertvolle Zeit.
Gesteigerte Patient:innenzufriedenheit
Digitale Tools können die Zufriedenheit deiner Patient:innen deutlich erhöhen. Online-Terminsysteme bieten zum Beispiel nicht nur für deine Praxisadministration Vorteile, sondern ermöglichen deinen Patient:innen eine flexible Online-Terminbuchung rund um die Uhr oder auch automatische Terminerinnerungen, die Wartezeiten reduzieren können. Unter Umständen sorgen sie zudem dafür, dass weniger Patient:innen überraschend doch nicht zum vereinbarten Termin kommen.
Nachweisbare Kostenreduktion
Mithilfe der Digitalisierung kannst du auf langfristige Sicht auch die Praxisabläufe effizienter gestalten und so deine Kosten senken.
- Durch eine bessere Terminplanung kannst du deine Ressourcennutzung verbessern. Zum Beispiel mithilfe eines digitalen Features zur Raum- und Geräteplanung in der Praxis.
- Du kannst deutlich an Papier sparen und deine Verwaltung verschlanken.
- Aber auch deine Warenwirtschaft und dein Praxisbedarf lassen sich durch digitale Systeme optimieren. Auf diese Weise wird beispielsweise die Nachbestellung vereinfacht und es gibt weniger Fehler durch händisch geführte Listen. Und: Es spart Zeit und Nerven.
Schlüsseltechnologien für eine erfolgreiche Digitalisierung der Arztpraxis
Es gibt also Vorteile, die die Digitalisierung für deinen Praxisalltag mit sich bringt. Doch auf welche Technologien könntest du setzen, damit deine Praxis gut für die Zukunft aufgestellt ist? Was ergibt Sinn für deine Praxisplanung?
Ein Grundgedanke kann dich bei deinen Überlegungen leiten: Stell dir vor, welche Stationen deine Patient:innen bei einem Praxisbesuch bei dir durchlaufen. Von der Terminfindung und -vereinbarung über die Anmeldung bis hin zur Untersuchung und Befundübermittlung. An welchen Stellen kann dir und deinem Team womöglich ein digitales Tool Arbeit abnehmen?
Es ist daher sinnvoll, sich vorab eingehend zu informieren, Praxissoftware-Angebote zu vergleichen, Demo- und Präsentationstermine bei Herstellern zu vereinbaren, um Fragen zu klären. Auch der Austausch mit Kolleg:innen macht die Entscheidung leichter. Welche Erfahrungen haben sie mit welchen Lösungen gemacht?
Hohe Anforderungen an die IT
Was du unbedingt immer beachten musst: Der Einsatz von IT in Praxen muss aus datenschutz-, straf- und haftungsrechtlichen Gründen besondere Anforderungen erfüllen, um die sensiblen Gesundheitsdaten jederzeit angemessen zu schützen. Informationen dazu findest du auf der Website der KBV unter dem Stichpunkt IT-Sicherheit.
Außerdem hat die KBV die IT-Sicherheitsrichtlinie erstellt. Diese klaren Vorgaben sollen dir dabei helfen, Patient:innendaten noch sicherer zu verwalten und Risiken wie Datenverlust oder Betriebsausfall zu minimieren. Auf der Website findest du neben ausführlichen Informationen auch das PDF »Praxiswissen: IT-Sicherheit« zum Download.
Die KBV bietet außerdem für dein Praxispersonal spezielle Schulungen zur IT-Sicherheit an, um das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen. Ab Oktober 2025 sind solche Schulungen Pflicht.
Telemedizinische Lösungen
Die Telemedizin ist in vielen Praxen bereits fester Bestandteil der medizinischen Versorgung. Besonders die Videosprechstunde hat sich in Niederlassungen etabliert. Diese lassen sich in den Praxisalltag einbinden und ermöglichen den sicheren Austausch zwischen Patient:innen und Ärzt:innen nach höchsten Datenschutzstandards. Und auch den Ärzt:innen selbst bietet sie mehr Flexibilität: Wenn alle Vorgaben eingehalten werden, können sie die Videosprechstunde auch aus dem Homeoffice heraus abhalten.
Ob und wie stark Videosprechstunden Ärzt:innen entlasten, wird von diesen unterschiedlich bewertet. Auch wie gut die Patient:innen davon profitieren, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Eine Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung unter vertragsärztlich tätigen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen zeigt: Videosprechstunden spielen eher eine ergänzende Rolle in der ambulanten Versorgung.
Die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst – zur technischen Sicherheit und zum Datenschutz – sind in der Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte geregelt. Zertifizierte Videodienstanbieter findest du in dieser Liste der KBV.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So baust du die die Digitalisierung deiner Arztpraxis weiter aus
Der Ausbau der Digitalisierung deiner Praxis ist ein komplexer Prozess, den du am besten strukturiert und in mehreren Schritten angehst.
Die Analyse
Zu Beginn der weiteren Digitalisierung steht eine gründliche Analyse deiner Praxisabläufe. Nimm dir Zeit, gemeinsam mit deinem Team die täglichen Arbeitsabläufe zu dokumentieren. Besonders wichtig ist dabei die Identifikation von zeitintensiven oder fehleranfälligen Prozessen. Die Terminvergabe oder auch die Dokumentenverwaltung bieten meist Optimierungspotenzial. Erstelle eine detaillierte Übersicht, welche Bereiche deiner Praxis von der Digitalisierung profitieren würden.
Die Planung
Nach der Analyse folgt die sorgfältige Planung der Digitalisierung. In dieser Phase wählst du die passende Software für deine Praxis aus. Achte dabei auf die Benutzerfreundlichkeit und Integrationsmöglichkeiten mit bestehenden Systemen. Die Schulung deines Teams spielt zudem eine zentrale Rolle. Deshalb ist es wichtig, auch einen passenden Dienstleister vor Ort zu haben, der das neue System aufbaut und die Schulung übernimmt. Plane dafür ausreichend Zeit für Einarbeitung und Übung ein. Entwickle einen realistischen Zeitplan für die schrittweise Einführung der neuen Technologien.
Die Implementierung
Die Umsetzung von neuen digitalen Maßnahmen erfolgt am besten schrittweise. Beginne mit einem Bereich, etwa der digitalen Terminvergabe, und führe das System zunächst testweise ein. Dein Praxisteam kann sich so nach und nach mit den neuen Prozessen vertraut machen. Plane regelmäßige Feedbackrunden ein, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Die sukzessive Einführung weiterer digitaler Lösungen folgt erst, wenn das erste System reibungslos läuft.
Überprüfung und Optimierung
Die Digitalisierung ist ein fortlaufender Prozess. Führe regelmäßige Evaluierungen durch, um den Erfolg der digitalen Lösungen zu überprüfen. Sammle Feedback von deinem Team und deinen Patient:innen ein. Nutze diese Erkenntnisse, um die digitalen Prozesse kontinuierlich zu verbessern und an die Bedürfnisse deiner Praxis anzupassen.
Finanzierung und Unterstützung
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und deine KV unterstützen dich bei der Digitalisierung deiner Praxis. Zusätzlich bieten einige Bundesländer spezielle Förderprogramme für die Digitalisierung von Arztpraxen an.
Die KBV stellt dir außerdem kostenlose Informationen zur Digitalisierung der Arztpraxis zur Verfügung, die dir bei der Planung und Umsetzung helfen. Auch viele KVen bieten eine Beratung zur Digitalisierung bzw. zum PVS an: die KV Berlin und die KV WL haben zum Beispiel spezielle digitale Show-Räume.
Häufige Herausforderungen bei der Digitalisierung von Arztpraxen und wie man sie überwindet
Der Weg zur digitalen Praxis ist mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Eine gut durchdachte Strategie kann dir helfen, den komplexen Digitalisierungsprozess zu vereinfachen.
Datenschutz und IT-Sicherheit
Die Sicherheit von Patient:innendaten hat oberste Priorität. Investiere in zertifizierte Praxissoftware, die den strengen Anforderungen der DSGVO entspricht. Regelmäßige Schulungen deines Teams zu Datenschutzthemen sind unerlässlich. Etabliere klare Richtlinien für den Umgang mit digitalen Patient:innendaten und dokumentiere alle Maßnahmen sorgfältig. Ein professioneller IT-Dienstleister kann dich bei der Einrichtung und Wartung der Sicherheitssysteme unterstützen.
Change-Management in der Praxis
Veränderungen rufen oft Widerstände hervor. Ein erfolgreicher Wandel gelingt nur, wenn du dein Team von Anfang an einbindest. Kommuniziere offen über die Vorteile der Digitalisierung und nehme die Ängste und Bedenken deiner Mitarbeitenden ernst. Benenne Digitalisierungsbeauftragte in deinem Team, die als Ansprechpartner:innen und Multiplikatoren fungieren. Plane ausreichend Zeit für Schulungen ein und stelle sicher, dass sich alle Teammitglieder angstfrei mit den neuen Systemen vertraut machen können.
Gutes Kostenmanagement
Die Digitalisierung erfordert zunächst Investitionen. Erstelle dafür einen genauen Finanzplan, der die Anschaffungskosten und die laufenden Wartungskosten einbezieht. Informiere dich über Fördermöglichkeiten und Zuschüsse – und auch darüber, was für die volle TI-Pauschale notwendig ist. Fehlt eine Anwendung wird die Pauschale um die Hälfte gekürzt. Die anfänglichen Investitionen rechnen sich in wenigen Jahren, da du langfristig effizienter und kostensparender arbeiten kannst. Wenn du die digitalen Lösungen nach und nach einführst, kannst du die Kosten über einen längeren Zeitraum strecken.
Wie die digitale Arztpraxis den Gesundheitsmarkt verändert
Die Digitalisierung verändert den Gesundheitsmarkt fundamental – und das nicht nur administrativ. Als niedergelassener Arzt oder niedergelassene Ärztin stehst du im Zentrum der digitalen Transformation. Die technologischen Entwicklungen können dir neue Chancen bei der Versorgung deiner Patient:innen eröffnen.
KI-gestützte Diagnostik revolutioniert die Behandlung
Das Thema künstliche Intelligenz (KI) erfasst alle Lebensbereiche und auch die Medizin. KI kann dich dabei unterstützen: Sie kann zum Beispiel Befunde von Röntgenbildern auswerten oder Hautveränderungen analysieren. Die Technologie erkennt Muster in medizinischen Bildern mit einer Genauigkeit, die das menschliche Auge teilweise übertrifft. Aber: Du bleibst immer der entscheidende Faktor. Die KI fungiert als zweite Meinung und Unterstützung, aber du triffst die diagnostische Entscheidung. Studien zeigen, dass die Kombination aus ärztlicher Expertise und KI-Unterstützung die Diagnosegenauigkeit steigern kann.
Weitere Informationen zur KI in der Behandlung und in der Praxis findest du im Dokument »Künstliche Intelligenz – Hinweise zum Einsatz in Praxen« der KBV.
Big Data verändert die Präventivmedizin
Die systematische Analyse großer Datenmengen ermöglicht Mediziner:innen eine präzisere Vorhersage von Krankheitsrisiken. Durch die Verknüpfung verschiedener Gesundheitsdaten deiner Patient:innen – von Laborwerten über Vorerkrankungen bis hin zu Lebensstilfaktoren – kannst du frühzeitig gesundheitliche Risiken erkennen und präventiv eingreifen. Diese datengestützte Medizin ermöglicht eine deutlich individuellere Patient:innenbetreuung.
Auch über die ePA ist die automatische Weitergabe von Forschungsdaten geplant, sofern Patient:innen nicht widersprochen haben.
Integration von Wearables
Gesundheits-Apps und Wearables können heute in den Praxisalltag eingebunden werden und dir eine neue Dimension der Patient:innenbetreuung eröffnen. Smartwatches und Fitness-Tracker liefern kontinuierlich Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Bewegungsmuster oder Schlafqualität.
Auf diese Weise hast du grundsätzlich die Möglichkeit, dir ein umfassenderes Bild vom Gesundheitszustand deiner Patient:innen zu machen. Besonders chronisch kranke Patient:innen können von dieser Art der digitalen Betreuung profitieren, da eine bessere Behandlungsüberwachung möglich ist.
Nachhaltigkeit durch digitale Transformation
Die Digitalisierung trägt auch zur ökologischen Nachhaltigkeit deiner Praxis bei. Cloudbasierte Systeme sorgen dafür, dass du nicht nur deutlich weniger Papier verbrauchst, sie können auch deinen Energiebedarf senken.
FAQs zur Digitalisierung von Arztpraxen
Welche digitalen Lösungen sind für Arztpraxen besonders geeignet?
Die Auswahl der für dich passenden digitalen Lösung hängt von deiner Fachrichtung und Praxisgröße ab. Generell empfiehlt sich ein modularer Aufbau: Du startest mit einer modernen Praxisverwaltungssoftware als Basis. Diese kannst du um spezifische Module wie Online-Terminbuchung erweitern. Für Facharztpraxen sind zusätzlich spezielle Dokumentationssysteme und spezifische Diagnostik-Tools sinnvoll.
Hilfreiche Informationen zu Praxisverwaltungssystemen bietet dir die KBV auf ihrer Website.
Was kostet die Digitalisierung einer Arztpraxis?
Die Investitionskosten für deine Digitalisierung hängen von zahlreichen Faktoren ab – wie die Anzahl der Standorte, der Geräteanbindungen, Schnittstellen oder Facharztmodule. Die Kosten gliedern sich zudem in einmalige Anschaffungs- und Einrichtungskosten und in wiederkehrende Kosten für Service und Wartung. Da jede Praxis andere Anforderungen hat, wird eine Praxissoftware speziell konfiguriert und individualisiert. Aus diesem Grund entstehen sehr unterschiedliche Kosten, sodass kein pauschaler Preis genannt werden kann.
Wie sicher sind cloudbasierte Lösungen für Arztpraxen?
Bei einer cloudbasierten Lösung gilt wie bei allen anderen Lösungen auch: Die Datensicherheit steht an oberster Stelle. Aus diesem Grund musst du dich vorab genau informieren, inwieweit eine cloudbasierte Lösung die Datensicherheit gewährleisten kann. Lass dich am besten dazu von Expert:innen umfassend beraten.
Welche Trends prägen die Zukunft der digitalen Arztpraxis?
Die Entwicklung geht in Richtung vernetzte Gesundheitsversorgung. Telemedizinische Angebote werden sich weiter etablieren, unterstützt durch Diagnosesysteme, die auf KI basieren. Auch die Integration von Wearables und Gesundheits-Apps wird zunehmen. Expert:innen gehen außerdem davon aus, dass es einen Durchbruch bei personalisierten Therapieansätzen geben wird. Grund dafür ist die verbesserte Datenanalyse, die die Behandlung und Heilung von Krankheiten deutlich voranbringen könnte.
eRezept und ePA
Die verpflichtende Einführung des eRezepts und der elektronischen Patientenakte (ePA) markiert einen Meilenstein in der Digitalisierung. eRezept und ePA sollen schnell und sicher Dokumente übertragen.
Das Ziel: Medikationsfehler sollen reduziert, der Austausch zwischen Ärzt:innen vereinfacht und die Dokumentation der Krankengeschichte gesichert werden.
Das eRezept hat sich inzwischen in der Versorgung etabliert. Ärzt:innen beklagen, dass es keine volldigitale Lösung ist: So müssen sie beispielsweise bei Hausbesuchen auf das alte Papierformular zurückgreifen. Auch können sie längst noch nicht alles elektronisch verordnen, wie zum Beispiel Betäubingsmittel und T-Rezepte (Medikamente mit den Wirkstoffen Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid). Hinzu kommt, dass die TI insgesamt immer wieder ausfällt oder es zu Störungen kommt.
Und bei der ePA?
Die ePA hat das Potenzial, die Versorgung zu verbessern und wichtige Informationen leichter zugänglich zu machen. Dazu müssen alle Voraussetzungen stimmen: Neben dem Schließen der Sicherheitslücken ist das auch ein reibungsloses Funktionieren im Praxisalltag. Die ePA darf die Abläufe in den Praxen nicht ausbremsen.
Ein Soft-Start ist deshalb der richtige Weg, um den Praxen, die ePA-ready sind, den freiwilligen Einstieg zu ermöglichen. Und Praxen, die noch nicht so weit sind müssen die Möglichkeit haben, vor dem 1. Oktober die ePA in ihrer Praxis auszuprobieren.
Stand: August 2025