An der Uni

Schwarmintelligenz? So funktionieren Lerngruppen

Du hast es schon einmal mit Lerngruppen versucht, aber irgendwie ist das nicht dein Ding? Lerngruppe ist nicht gleich Lerngruppe! Das gemeinsame Lernen funktioniert besser, wenn du sechs gezielte Tipps beherzigst.

Verschiedene Lerntypen, verschiedene Fragen: Vom Lernen in der Gruppe kannst du stark profitieren. © iStock / urbancow

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Persönliche Ziele setzen

Frage dich, bevor du dir eine Lerngruppe suchst: Was erwarte ich mir davon? Wenn du am liebsten in deinem ganz eigenen Rhythmus arbeitest und bisher zufrieden damit warst, kann es sein, dass du Lerngruppen erst mal schwierig findest – denn eine Gruppe bedeutet immer auch, auf andere Rücksicht zu nehmen. Es lohnt sich allerdings häufig, sich darauf einzulassen, denn: Im Praxisalltag wirst du immer mit vielen Menschen zusammenarbeiten, auch interprofessionell. Die Lerngruppe bereitet dich ein Stück weit darauf vor, denn hier triffst du ganz unterschiedliche Typen. Ob jemand durch Zuhören (auditiv) lernt, durchs Anschauen (visuell) oder durch aktive Teilnahme (kinästhetisch) – von diesen verschiedenen Lerntypen profitieren fast alle.

Auf die richtige Gruppengröße achten

Wie groß muss eine Lerngruppe sein? Bereits eine Lerngruppe mit zwei Personen kann zum Erfolg führen, mit drei bis vier Studierenden pro Lerngemeinschaft werden die Fragestellungen und Aufgaben vielseitiger und anspruchsvoller. Wenn die Gruppe größer ist, kann dies zu Störungen, Unkonzentriertheit und mangelnder Disziplin führen. 

Die richtigen Leute finden

Am besten arbeitet es sich mit zuverlässigen Menschen – das gilt für das Berufsleben genauso wie für die Lerngruppe. Wenn du bereits Kommilitonen kennst, mit denen du gut zurechtkommst, ist das natürlich ideal. Sollte das nicht der Fall sein, kann ein Aushang an der Uni helfen, die richtigen Leute zu finden. Wichtig ist hier ein Kennenlerntreffen. Dieses dient dazu, Ziele und Wünsche zu besprechen, um vor dem Start herauszufinden, ob die Gruppe harmoniert beziehungsweise funktionieren kann. Auch die gegenseitige Sympathie kann hier schnell überprüft werden. Diese ist wichtig, damit sich alle Mitglieder gegenseitig unterstützen, helfen und motivieren.

Abläufe und Aufgaben festlegen

Legt gemeinsam Treffpunkte und mögliche Zeitfenster für verbindliche Treffen fest. Das hilft, damit die Lerngruppe auch wirklich zustande kommt. Auch der Ablauf und die Dauer sollten vorher ausgemacht werden. Wichtig: Plant Pausen ein und verteilt die Versorgung mit Getränken und Snacks. Das hält bei Laune und die Konzentration aufrecht. Tipp: Vor den jeweiligen Treffen immer die Ziele definieren. Mit genauen Zielen kann sich nicht nur jeder gut vorbereiten, sondern den Erfolg auch kontrollieren und verfolgen. Fragt euch in der Gruppe nach jedem Treffen, ob alle das gesetzte Ziel erreicht haben. So profitiert jedes Mitglied von dem wachsenden Wissensstand.

Vorbereitung ist das A und O

Damit sich keiner in der Gruppe langweilt oder jemand mit dem Lerntempo nicht mithalten kann, ist es wichtig, dass euer Wissen in etwa auf dem gleichen Level ist – ein gewisser Grundstock an Wissen muss also vor allen Treffen von jedem einzelnen erarbeitet werden. Wie genau ihr dann in der Gruppe lernt, ist natürlich von den Mitgliedern und Zielen anhängig. Sinnvoll ist eine Unterteilung der Zeit in stille Arbeitsphasen, offene Gesprächs- oder Diskussionsrunden sowie Phasen, in denen eine Prüfungssituation simuliert wird. Die simulierten Prüfungssituationen sind eine besonders gute Vorbereitung auf reale mündliche Tests. Diese lassen sich allein kaum üben. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig abhören, Rückfragen stellen, Feedback geben und vor allem auch ein Lob aussprechen – das spornt natürlich in stressigen Lernphasen besonders an.

Feedback nutzen und reflektieren

Lerngruppen bringen dir am meisten, wenn du die Chance zur Fremd- und Selbstreflektion nutzt. Was kann ich bereits? Wo sind noch Wissenslücken bei mir – oder bei den anderen? Kann ich das Erlernte bereits anwenden? Wie schätzen die anderen mich ein? Wenn du dir diese Fragen stellst, verinnerlichst du nicht nur den Lernstoff, sondern lernst auch, das eigene Wissen und Können besser einzuschätzen und so letztlich mit mehr Selbstbewusstsein in die Prüfung zu gehen.