Beruf & Freizeit
Praxisalltag

Sprechstunden oder Überstunden?

Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Wir zeigen dir, dass du als niedergelassener Arzt viele Möglichkeiten hast, Einfluss auf deine Arbeitszeiten zu nehmen.

Leben und Arbeiten in Balance

Die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit – insbesondere aber auch von Beruf und Familie – hat in unserer Gesellschaft inzwischen einen hohen Stellenwert. Als niedergelassener Arzt hast du gute Möglichkeiten, deine individuelle Work-Life-Balance zu verwirklichen: Bei einer Teilzulassung beispielsweise musst du nur die Hälfte der wöchentlichen Mindestsprechstunden anbieten, also nur zehn statt 20 Stunden.

Die Sprechzeiten sind allerdings nur ein Teil der ärztlichen Arbeitszeit, zuweilen kommen Hausbesuche und Bereitschaftsdienste dazu. Etwa 15 Prozent der Arbeitszeit entfallen auf Verwaltungstätigkeiten.

Arbeits- und Sprechzeiten

Die Sprechzeiten legst du selbst fest. Du bestimmst, ob du deine Praxis schon morgens um 7.00 Uhr öffnest, oder erst um 15.00 Uhr. Nur eine Ausnahme gibt es: die Teilnahme am Ärztlichen Bereitschaftsdienst. Diese wird von Region zu Region unterschiedlich gehandhabt. Ob du Bereitschaftsdienste übernehmen musst, und wenn ja, wie viele, erfährst du bei deiner zuständigen KV.

Vertretung bei Urlaub, Krankheit, Elternzeit

Wenn du Urlaub machst oder selbst einmal krank wirst, kannst du dich von einem Vertragsarzt deiner Fachrichtung vertreten lassen – bis zu einer Gesamtzeit von drei Monaten jährlich. Längere Vertretungen sind im Einzelfall auch möglich, sie müssen aber dann von der KV genehmigt werden.

Was, wenn Nachwuchs kommt? Niedergelassene Ärztinnen können sich nach Geburt ihres Kindes bis zu einem Jahr lang in ihrer eigenen Praxis vertreten lassen. Wer möchte, kann in der Elternzeit seine Zulassung ruhen lassen. Auch ein hälftiges Ruhen ist möglich – in diesem Fall muss die Praxis nur zehn statt 20 Sprechstunden in der Woche anbieten. In der Erziehungszeit kannst du außerdem bei deiner KV einen sogenannten Entlastungsassistenten beantragen, der bis zu 36 Monate lang einen Teil der Aufgaben übernimmt.

Und wenn du längerfristig deine Arbeitszeit reduzieren möchtest, kannst du auch einen Arzt einstellen – in Teil- oder Vollzeit. Falls es sich bei deiner Praxis nicht um eine Jobsharing-Praxis handelt, ist hierfür allerdings ein freier Arztsitz erforderlich. Die Anstellung muss dann beim Zulassungsausschuss beantragt werden.