FAQ
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Die häufigsten Fragen und Antworten

Die Übersicht listet die häufigsten Fragen und Antworten zur Niederlassung, zur Zulassung und zur Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit in der Arztpraxis auf.

Kann ich in jeder Praxis eine Famulatur machen?

Grundsätzlich kann jeder niedergelassene Arzt Famulanten betreuen – aber nicht jede Praxis bietet auch wirklich eine Famulatur an. Am besten, du suchst über eine Famulaturbörse nach freien Plätzen oder tauschst dich mit deinen Kommilitonen aus.

Bedeutet die Niederlassung nicht eine Menge Bürokratie?

Ganz ohne Bürokratie geht es natürlich nicht – so wie in fast jedem Beruf, insbesondere bei Selbstständigen. So gehört es zur ärztlichen Arbeit in der Praxis wie auch im Krankenhaus, den Patienten zum Beispiel Krankenscheine auszustellen. Trotz des bürokratischen Aufwands verbringen niedergelassene Ärzte mehr als drei Viertel ihrer Zeit mit ihrer Hauptaufgabe, der Betreuung und Behandlung von Patienten.

Was die Ärzte zunehmend stört, sind die zunehmenden Anfragen von Krankenkassen oder die vielen unterschiedlichen Formulare. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenärztlichen Vereinigungen sind dabei, unnütze Verwaltungsaufgaben abzubauen. So wird jede neue Regelung, zum Beispiel eine neue Dokumentationspflicht zur Qualitätssicherung, vor ihrer Einführung einem Bürokratiecheck unterzogen. Weitere Informationen zum Thema Bürokratie und Bürokratieabbau findest du auf unserer Partnerseite ihre-aerzte.de.

Wie kann ich mich in der Weiterbildung gut organisieren, so dass ich mich schnell als Facharzt niederlassen kann?

In der Allgemeinmedizin ermöglichen die regionalen Weiterbildungsverbünde, in denen sich Kliniken mit Haus- und Facharztpraxen zusammenschließen, eine Weiterbildung aus einer Hand. Dadurch soll die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin attraktiver werden. Für die Ärzte in der Weiterbildung hat die Verbundweiterbildung den Vorteil, dass sie die verschiedenen Stationen der Facharztausbildung in einem Stück und an einem Ort absolvieren können, ohne jedes Mal eine neue Stelle zu suchen und den Wohnort zu wechseln. Die Weiterbildung folgt einem festen Rotationsplan. Du kannst also in der Regel innerhalb von fünf Jahren die Weiterbildung abschließen.

Informationen über Weiterbildungsverbünde vor Ort und weitere Förderangebote in der Weiterbildungszeit findest du in unserer Liste der Fördermöglichkeiten.

Informationen über die »Koordinierungsstellen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin« gibt es hier.

Muss ich mich überhaupt zwischen Klinik und Niederlassung entscheiden?

In der Regel ja. Die Entscheidung für einen Bereich schließt aber nicht aus, dass du auch im jeweils anderen tätig sein kannst. Als niedergelassener Facharzt bist du zum Beispiel vier Tage der Woche in der Praxis und einen Tag als Belegarzt am Krankenhaus. Oder du kannst als Klinikarzt eine Ermächtigung beantragen, um zugleich gesetzlich versicherte Patienten ambulant behandeln zu können. Dafür musst du allerdings besondere Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden anbieten, die die Kollegen in den Praxen nicht anbieten, aber dringend benötigt werden.

Seit ein paar Jahren besteht auch die Möglichkeit, dass du halbtags im Krankenhaus und halbtags in der Praxis arbeitest. In diesem Fall beantragst du nur eine halbe Zulassung. In der Praxis ist es aber so, dass Vertragsärzte häufig eine Vollzeitzulassung haben, und auch Krankenhausärzte sind mit ihrem Job gut ausgelastet. Deshalb ist es ratsam, sich rechtzeitig über beide Optionen zu informieren und beide auch in der Praxis zu erleben. Die Arbeit im Krankenhaus unterscheidet sich im Alltag schon recht deutlich von der Arbeit als niedergelassener Arzt. Je früher du dich für ein Berufsziel entscheidest, desto besser kannst du dich darauf einstellen und schon während des Studiums bzw. der Weiterbildung gezielt darauf hinarbeiten. 

Wer entscheidet eigentlich darüber, wo sich ein Arzt niederlassen darf?

Darüber entscheiden die regionalen Zulassungsausschüsse, denen Ärzte- und Krankenkassenvertreter angehören. Grundlage für ihre Entscheidung bildet letztlich die Bedarfsplanung, die festlegt, wie viele Ärzte sich wo niederlassen dürfen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema.

Ich habe schon viel von "Regressen" gehört. Sind die nicht ein großes Risiko für Niedergelassene?

Um den Ausgabenanstieg bei Arznei- und Heilmittel einzudämmen, hat der Gesetzgeber sogenannte Richtgrößen eingeführt. Sie geben vor, für wie viel Geld ein Arzt pro Quartal und Patient Arzneimittel beziehungsweise Heilmittel verordnen darf. Die Richtgrößen sind je nach Fachrichtung und Region unterschiedlich hoch. Sie werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit den Krankenkassen festgelegt. 

Wichtig ist, dass diese Richtgrößen in der Praxis aufsummiert betrachtet werden – wenn du also bei einem Patienten dein Durchschnittsbudget überschreitest, kannst du es bei einem anderen durch entsprechend geringere Verordnungen wieder ausgleichen. An die Richtgrößen solltest du dich halten, ansonsten können tatsächlich Regresszahlungen die Folge sein, allerdings erst nach mehrfacher Erinnerung und nur dann, wenn du die Richtgrößen signifikant – um mehr als 25 Prozent – überschreitest.

Die KVen helfen dir und beraten dich, wie du Regresse verhindern kannst. Sie unterstützen dich bei deinen Verordnungen. Eine Umfrage belegt, dass im Durchschnitt weniger als ein Prozent der niedergelassenen Ärzte von Regressen betroffen sind. Hinzu kommt, dass für einige Praxen Besonderheiten gelten, etwa wenn in einer Praxis viele HIV-Patienten behandelt werden. Hier dürfen unter bestimmten Umständen die Richtgrößen überschritten werden.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen zur Niederlassung habe?

Die ersten Ansprechpartner sind die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie bieten Informationen und persönliche Beratungen zur Niederlassung an, aber auch Existenzgründertage und Workshops. Hier findest du Kontaktdaten der Niederlassungsberater in den 17 KVen Deutschlands. 

Was ist das Ziel der Kampagne?

Das wichtigste Ziel dieser Kampagne ist es, junge Mediziner über die Vorteile der Niederlassung als Arzt zu informieren. Denn der bereits jetzt spürbare Ärztemangel in manchen Regionen bzw. Fachgebieten wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Zudem geht es darum, Vorurteile abzubauen. Schließlich sagen mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten: »Meine Arbeit macht mir Spaß.« Eine ausführliche Beschreibung der Kampagne und ihrer Hintergründe findest du hier.

Ich möchte auch bei der Kampagne mitmachen.

Das freut uns natürlich, zurzeit finden aber leider keine Castings statt. Die Motive für 2015 haben wir schon im März fotografiert. Wer möchte, kann uns anschreiben und Kontaktdaten hinterlassen – wir kommen gern darauf zurück, sobald wir zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch einmal neue "Kampagnengesichter" für eine Verlängerung suchen.

 

Diese Liste wird nach und nach ausgebaut. Regelmäßig werden hier auch die wichtigsten Fragen an unser Mentorenteam aufgegriffen und beantwortet.