BERUFSMONITORING MEDIZINSTUDENTEN 2014

Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird immer wichtiger

Die Universität Trier hat im Auftrag der KBV insgesamt knapp 11.500 Medizinstudenten zu ihren Erwartungen an den Arztberuf, aber auch ihren Vorstellungen hinsichtlich Arbeitszeitmodellen und Niederlassungsorten befragt. Weitere Mitwirkende an der Studie waren der Medizinische Fakultätentag, die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bmvd) und die Studentenvertretung des Marburger Bundes.

Die Studie wurde online im April und Mai 2014 durchgeführt und konnte 13,5 Prozent aller Medizinstudenten in Deutschland erreichen. Knapp zwei Drittel der Teilnehmer waren Frauen.


Die Botschaften sind eindeutig: 94,7 Prozent aller Studenten wünschen sich, Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren zu können. 84 Prozent legen Wert auf geregelte Arbeitszeiten und fast ebensoviele (83,6 Prozent) flexible Arbeitszeiten. 72, 1 Prozent der Befragten wünschen sich, die Krankengeschichte und Lebensverhältnisse ihrer Patienten zu kennen - ein klarer Vorteil für die  niedergelassenen Ärzte. 

 

 

Besonders im Fokus bei jungen Studenten: Die Qualität der medizinischen Arbeit: 94,7 Prozent stellen an den Arztberuf die Forderung, stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein und 92,5 Prozent wünschen sich viel Abwechslung in ihrem Beruf. Erst auf Platz 3 der Wünsche: ein gutes Einkommen (82,2 Prozent). 

 

 

Große Einigkeit herrschte beim Thema Teamarbeit: Fast zwei Drittel (63,6 Prozent) aller Studenten möchten gerne im Team arbeiten - knapp 58 Prozent wünschen auch den teamgebundenen Erfahrungsaustausch mit anderen Berufsgruppen. 60,3 Prozent der Studenten können sich aber ebensogut vorstellen, sich in einer eigenen Einzelpraxis niederzulassen.


Internisten auf dem Vormarsch

Beim Thema Facharztausbildung scheiden sich die Geister: Bei der Frage, welche Facharztausbildung sie jetzt wählen würden, entschieden 18,6 Prozent aller Studenten sich für die Fachrichtung „Innere Medizin“ – diese bildet gemeinsam mit Kinder- und Jugendmedizin, Allgemeinmedizin, Anästhesiologie und Chirurgie die Top Five. Auf den letzten Plätzen laut Studie sind die Fachrichtungen Urologie, Haut- und Geschlechtskrankheiten und Augenheilkunde.


 

 

Attraktive Arbeitsorte

Ganz vorne auf der Hitliste der gefragtesten Arbeitsorte: Hamburg mit 63 Prozent, außerdem bei mehr als der Hälfte der Studenten beliebt sind Baden-Württemberg (59 Prozent), Bayern (57 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (52 Prozent). Schlusslichter der Studie sind die ostdeutschen Bundesländer und das Saarland.