Auslandsstudium
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Hin und weg: Gut vorbereitet ins Ausland

Auf zu neuen Ufern! Ein Auslandsaufenthalt ist für Mediziner die ideale Möglichkeit, Erfahrungen in einem fremden Gesundheitssystem zu machen, Sprachkenntnisse zu vertiefen und spannende Menschen und Kulturen kennenzulernen. Hier findest du Antworten auf die sechs großen W-Fragen zum Medizinstudium im Ausland.

Bild: © Adobe Stock/nito

Wie gehe ich es an?

Wer ins Ausland will, sollte rechtzeitig mit der Planung starten. Etwa 12 bis 18 Monate Vorlaufzeit kann man einrechnen, um alles zu organisieren. Denn die Bewerbung um eine Stelle oder einen Studienplatz, die Beschaffung aller notwendigen Unterlagen und die Organisation von Unterkunft, Transport und Freizeitaktivitäten können aufwändig sein. Dabei stehst du aber nicht allein da: Meist gibt es im Studiendekanat einen Ansprechpartner für internationale Angelegenheiten. Wenn du Glück hast, verfügt Deine Fakultät bereits über ein Netzwerk an Partneruniversitäten, mit denen sich ein Austausch unkompliziert planen lässt.

Wohin soll es gehen?

Darauf gibt es keine pauschal richtige Antwort. Manche wollen an die Uni mit dem besten Ruf, manche interessieren sich vor allem für die Kultur eines Landes – und wieder andere wünschen sich einfach einen Winter im Warmen. Vielleicht interessiert dich aber auch ein bestimmtes Gesundheitssystem besonders: zum Beispiel der familienfreundliche Klinikalltag in Schweden, die Umsetzung einer kostenlosen medizinischen Grundversorgung in Italien oder das sehr praxisorientierte Studium in Frankreich. Wichtig ist, dass du die Landessprache Deines Ziellandes beherrschst. Kurse oder Fachwörterbücher helfen dir, auch die medizinischen Spezialausdrücke in der Fremdsprache zu beherrschen.

Welche Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes gibt es?

Der unkomplizierteste Weg ist eine Auslandsfamulatur: Der Zeitrahmen ist überschaubar, eine Anerkennung in der Regel kein Problem und in den Semesterferien bleibt noch etwas Zeit, das Land zu bereisen.

Wer noch mehr praktische Erfahrungen in einem fremden Gesundheitssystem sammeln will, kann ein Tertial seines Praktischen Jahres oder das gesamte Praktische Jahr (PJ) im Ausland verbringen. Wichtig: Wer nur ein halbes Tertial – also acht Wochen – im Ausland bleiben möchte, muss sich genau informieren. Grundsätzlich darf nämlich nur eines der drei Tertiale gesplittet werden; an manchen Unis ist gar keine Aufteilung möglich. Egal ob Famulatur oder PJ: Bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz hilft dir die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland.

Natürlich kannst du auch ein oder mehrere Auslandssemester einlegen. Wichtig ist dann, dass du dich vorab informierst, welche Scheine du an der fremden Uni machen kannst und ob diese in Deutschland anerkannt werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Ganz am Anfang oder kurz vor dem Abschluss: Auch hier gibt es keine allgemeingültige Antwort. Ein guter Weg ist es, ein Semester zu wählen, in dem die Prüfungslast nicht ganz so hoch ist. Ansonsten kannst du dich auch von Deinen persönlichen Vorlieben leiten lassen. Gibt es Termine zuhause, die du nicht versäumen willst? Willst du die Hurricane-Season, den strengen Winter oder die Regenzeit in Deinem Wunschland meiden?  Solche Überlegungen können dir helfen, den idealen Zeitpunkt zu finden.

Wer soll das bezahlen?

Flugtickets, Unterkunft, Verpflegung, Studiengebühren: Bei einem Auslandsaufenthalt kommen einige Kosten zusammen. Gut, dass es viele Möglichkeiten gibt, sich finanzielle Unterstützung zu holen. So kannst du zum Beispiel Auslands-Bafög beantragen – selbst dann, wenn du in Deutschland kein Bafög beziehst. In manchen Fällen übernimmt das Bafög-Amt bis zu 4.600 Euro Studiengebühren und gewährt einen Reisekostenzuschuss von bis zu 500 Euro. Daneben gibt es etliche Stipendiengeber. Wer im europäischen Ausland studieren will, kann am Erasmus+-Programm teilnehmen, zahlt dann keine Studiengebühren und bekommt bis zu 300 Euro im Monat dazu. Für kürzere Auslandsaufenthalte bis zu einem halben Jahr ist das DAAD-Programm PROMOS interessant. Manche Universitäten bieten auch eigene Stipendien für Studierende an, die ins Ausland gehen möchten.

Was muss ich noch beachten?

Es gilt für alle Auslandsreisenden, Mediziner sollten aber erst recht daran denken: Etwa ein halbes Jahr vor Deiner Reise solltest du dich informieren, welche Reiseschutzimpfungen du benötigst. Wer im Ausland in einem Krankenhaus arbeiten will, muss sich außerdem früh darüber schlau machen, welche Impfungen und ärztlichen Atteste vorliegen müssen. Manche Länder verlangen zum Beispiel einen Röntgen Thorax oder einen Mendel-Mantoux-Test zum Ausschluss von TBC.

Außerdem ein Muss: die Auslandskrankenversicherung sowie – wenn du im Krankenhaus arbeiten willst – eine Berufshaftpflichtversicherung. Letztere erhalten Studierende beispielsweise kostenfrei vom Hartmannbund.