Hausärzte sind in Sachsen am jüngsten

Wahrscheinlich hast du es bereits geahnt: Die Anzahl der Patienten pro Ärztin oder pro Arzt ist je nach Wohnort sehr unterschiedlich. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen des Bundesarztregisters ganz deutlich. Die wichtigsten Erkenntnisse zeigen wir euch in vier Infografiken.

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Die Zahl der tätigen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten ist gestiegen – im Vergleich zum Jahr 2017 um 1,5 Prozent. Bundesweit arbeiten demnach rund 148.600 Ärztinnen und Ärzte sowie 26.700 Psychotherapeutinnen und -therapeuten mit einer Kassenzulassung in Deutschland. Allerdings befinden sich immer mehr Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit. Das führt dazu, dass der tatsächliche Zuwachs nur bei 0,2 Prozent liegt. 

Die dichteste ärztliche Versorgung gibt es in Freiburg im Breisgau. Dort kommen rund 400 niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner auf 100.000 Einwohner. Im bayerischen Landkreis Coburg sind es lediglich 84,3 Ärztinnen und Ärzte in diesem Verhältnis. Das zeigt, wie groß die Unterschiede ausfallen können, denn zwischen den beiden Orten liegen gerade einmal rund 300 Kilometer Luftlinie. Patienten aus dünn besiedelten Regionen nutzen zudem häufig Praxen in angrenzenden größeren Städten. Das zeigt auch der Vergleich zwischen der Stadt Landshut und dem Kreis Landshut.  

Arztnetz verdichtet sich

Die neuen Zahlen zeigen auch, dass das Arztnetz in allen Bundesländern im vergangenen Jahr dichter geworden ist. Die meisten Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten pro 10.000 Einwohner arbeiten auf Bundesebene in den Stadtstaaten Bremen (296,2), Hamburg (295,7) und Berlin (285,9). In ländlichen Regionen kann eine geringere Arztdichte auch damit zusammenhängen, dass Praxen einen gewissen Patientenstamm benötigen, um sich wirtschaftlich zu tragen. Denn die Zahl der Patientenkontakte hängt auch mit der Größe der zu versorgenen Fläche und der vorhandenen Infrastruktur (etwa die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel) ab.  

Auch bei der Dichte der Hausärztinnen und -ärzte gibt es große regionale Unterschiede. Mit 95,9 pro 100.000 Einwohnern hat Kaufbeuren in Bayern das dichteste Netz an Hausärztinnen und -ärzten. Dagegen liegen sechs von den zehn Kommunen mit der niedrigsten Dichte in Nordrhein-Westfalen. 

Durchschnittsalter und Nachfolge

Eine wichtige Rolle spielt in der Statistik auch das Alter. 

In Rheinland-Pfalz arbeiten bundesweit die ältesten Hausärztinnen und -ärzte. Hier ist fast jede fünfte Allgemeinmedizinerin beziehungsweise jeder fünfte Allgemeinmediziner älter als 65 Jahre. Der Schnitt liegt bei 56,4 Jahren. Die jüngsten Hausärztinnen und -ärzte sind in Sachsen zu finden. Sie sind im Durchschnitt 53,8 Jahre alt. Generell ist das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte (54,2 Jahre) leicht gestiegen. Mit 55,5 Jahren liegen Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner sogar etwas über dem Schnitt. Auch die Nachfolge ist weiterhin ein großes Problem. Besonders Hausärztinnen und -ärzte mit eigener Praxis kämpfen damit, einen Nachfolger zu finden, wenn sie in den Ruhestand gehen.